Der Seminartag des BBK zum Thema “Bildender Künstler als Beruf” ging im Kunsthaus erfolgreich zu Ende. Vorträge und Diskussionen zur Künstlersozialkasse, Arbeitslosengeld II, Förderprogramme für Bildende Künstler bei der ARGE, Steuerrecht, allgemeine Fördermöglichkeiten und dem guten öffentlichen Auftritt als Bildender Künstler wurden den interessieren Zuhörern geboten.
Wer das Seminar versäumt hat, kann beim zweiten – geplanten – sein Wissen nachholen.

Der Beruf des Bildenden Künstlers fordert nicht nur Können und Wissen im kreativen, gestalterischen Sinne. Ein professioneller Künstler kann nur überleben, wenn er auch wirtschaftliches Wissen umsetzen kann: Versiertheit im Umgang mit Steuer, Recht, Copyright, in der Art und Weise sich im „richtigen Licht“ zu präsentieren, Kenntnisse von Selbstmarketing und dem Umgang mit KSK und Hartz IV.
Der BBK Nürnberg Mittelfranken bot in einem Seminartag einen Einstieg und eine Auffrischung der Themen, die neben dem künstlerischen Schaffen unabdingbar sind.
Künstlersozialkasse
Herr Fred Janssen, Beauftragter der Künstlersozialkasse für Bayern, erklärte welche Voraussetzungen erforderlich sind, um in die Kasse aufgenommen zu werden und welche Auflagen man erfüllen muss, um sie längerfristig nutzen zu können. Er bot auch Hilfestellung bei der Antragsstellung und Beratung bei Problemen mit der Künstlersozialkasse an.
Hartz IV
Frau Brigitte Hutzler, ARGE Nürnberg, gab Informationen zu Hartz IV im Allgemeinen und für Bildende Künstler im Speziellen und vermittelte Tipps im Umgang mit der ARGE und zeigte Fallstricke im Antragsdschungel auf, die man vermeiden kann. Im Anschluss stellt sie das Projekt NOA (Noris-Arbeit gGmbH) vor, in der Künstler, die Arbeitslosengeld II beziehen, in fachspezifischen Bereichen eingesetzt werden können. Künstler aller Art können hier ihre KUnst ausüben und einen neuen Zugang zur Vermarktung finden.
Steuerrecht
Rechtsanwalt Dr. Ulrich Nickl sprach über Besonderheiten im Steuerrecht für Bildende Künstler und über Einkommens- und Umsatzsteuerfragen für Selbstständige. Im Detail wurden Regeln und vor allem Ausnahmen bei den wichtigen Fragen angestellt/oder selbständig, Einstufung als Liebhaberei, gewerblich/oder künstlerisch, Abgrenzung privat/beruflich, Verrechnungen von Steuerarten, Umsatzsteuerpflicht von Kunst, Kleinunternehmerregelung, Steuersatz. In einer ausführlichen Diskussion von Fragen aus der Zuhörerschaft konnte dann noch mehr in spezielle Details gegangen werden.
Wirtschaftsförderung
Jürgen Enninger vom Kompetenzzentrum Kultur- & Kreativwirtschaft des Bundes, stellt die Möglichkeiten dieser Beratungsstelle in Nürnberg vor, erläuterte die Möglichkeiten für Künstler hier beraten zu werden und sprach über Möglichkeiten für Künstler Wirtschaftförderung von Staat, Ländern und Kommunen zu erhalten. Im Detail informierte er vor allem über die verschiedenen Adressen, Förderangebote einzusehen und Anträge zu stellen.
Netzwerk/Networking
Barbara Späth, Selbstmarketing- und Karriereberatin, zeigte wie sich Künstler im Internet präsentieren können. Es ging um Profile in Social Networks bzw. Communities (z.B. Xing, LinkedIn, mixxt, facebook oder Ning), eigene Webseiten, Blogs, Webseiten mit Blog- und/oder Shop-Modul um Domainnamen und HTML, Keywords, Tags, SEO und AIDA. Es folgte der Hinweis auf Einträge in bestimmte Datenbanken, Verzeichnisse, Such- und Informationsportale (allgemeiner und branchenspezifischer Art) und am Schluß um effektive & effiziente Nutzungsmöglichkeiten des Mikroblogging-Dienstes Twitter.
Das Ziel die anwesenden Künstler mit detaillierten Informationen und Techniken zur Ausübung ihres Berufes zu versehen wurde dank der kompetenten Referentinnen und Referenten voll erreicht. Der BBK ist deshalb mit dem Verlauf und dem Ergebnis mehr als zufrieden. Da noch viele Themen offen blieben (Zollfragen für Ausstellungen im Ausland, Copyright, VG Bild und Ton, Kulturförderung, Tipps bei der Teilnahme anAusschreibungen), ist ein schon ein zweites Seminar geplant.
Werter BBK Nürnberg Mittelfranken e.V.,
liebe Seminarteilnehmer,
das ausführliche Handout zu meinem Vortrag (mit allen Links) wurde umgehend zur Verfügung gestellt und ist online – via Passwort – abrufbar. Wer Interesse hat, meldet sich bitte einfach bei mir: Tel. (0911) 24 13 98 oder spaeth[at]corvus-albus.de.
Viele Grüße
Barbara Späth